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am 25. September

Regionale Qualität statt Agrarmultis

- Wir wollen Ziele und Interessen bündeln und dadurch das Beste für Landwirtschaft, KonsumentInnen und Umwelt herausholen. Wir wollen eine nachhaltige, umweltschonende Landwirtschaft. Wir wollen Regionalität und damit Qualität statt Agrarindustrie und Masse. Wir wollen die grüne Agrarwende.

Die heimische Landwirtschaft ist durch eine kleinbäuerliche Struktur geprägt. Diese steht im krassen Gegensatz zur globalen Agrarindustrie, die ausschließlich auf Gewinnmaximierung durch Massenproduktion ausgerichtet ist und damit die heimische Landwirtschaft bedroht. 

Wie kann ein Wiener Schnitzel € 2,90 kosten?
 
Noch vor einigen Jahrzehnten hat Österreich den Bedarf an Fleisch durch BäuerInnenn aus der Region gedeckt. Durch die rasante Industrialisierung der Agrarproduktion wird Fleisch nun in Masse produziert und zu Dumpingpreisen gehandelt. Mittlerweile importieren wir laut Statistik Austria pro Jahr 191.000 Tonnen Schweinefleisch und 118.000 Tonnen Geflügel (vor allem Pute) aus dem Ausland.
 
Mehr als 50% der Lebensmittel werden in Österreich in Kantinen, Restaurants und Gasthäusern konsumiert. Der größte Gastronom Österreichs ist eine Möbelhaus-Kette, die mit Billigfleisch KundInnen lockt. Dort kostet das Wiener Schnitzel  2,90 Euro. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie dieser Dumpingpreis möglich ist, welche Produktionsbedingungen und welches Tierleid dahinter stehen. Nach Schätzungen des Interessensverbandes der oberösterreichischen SchweinebäuerInnen sind 50% des Schweinefleisches in der Gastronomie ausländischer Herkunft. Allein der größte Schweinemastbetrieb in Belgien produziert mehr Fleisch als alle steirischen SchweinebäuerInnen zusammen. 
 


Die heimische Landwirtschaft kann und soll hier nicht mitzuhalten versuchen. Sie muss eigene Wege gehen und ihre Stärken nutzen. Unsere Stärke liegt nicht in der Masse, sondern in der Qualität. Eine Qualität, die den KonsumentInnen zu Gute kommt, der Umwelt, Tierleid mindert und nur durch Regionalität möglich ist.


Bio als konsequentester Weg ökologischer Landwirtschaft
 


In diesem Sinn ist die ökologische Lebensmittelproduktion die einzige zukunftsweisende Strategie für die heimische Landwirtschaft.  Die Biolandwirtschaft ist selbstverständlich der konsequenteste Weg, die konventionelle Landwirtschaft soll jedoch nicht verdammt sondern sukzessive von den Vorteilen einer ökologisch verträglichen Landwirtschaft überzeugt werden. Dieser Umdenkprozess hat auch bereits eingesetzt, wie eine aktuelle Umfrage (keyquest) zeigt. Demnach sieht die die Mehrheit der befragten BäuerInnen, betriebliche Erweiterung nicht mehr als die Überlebensstrategie Nummer 1. Vielmehr geht es um Spezialisierung und Qualität an deren oberster Stufe die Biolandwirtschaft steht.
 
Auf diesem Weg brauchen die BäuerInnen aber Unterstützung. Bekenntnisse alleine reichen nicht. Es muss faire Preise, konkrete Maßnahmen, konkreten Rückhalt geben. Es kann nicht sein, dass nach wie vor in öffentlichen Einrichtungen wie Kasernen, Krankhäuser und Kantinen Produkte wie Milch und Fleisch auf den Teller landen, die nicht aus Österreich stammen, sondern importiert werden.
  

Eine neue Förderpolitik in der Landwirtschaft



In Europa kommen derzeit die großen Fördermilliarden nicht den kleinen BäuerInnen zu Gute, sondern fließen an ein dicht gesponnenes Netz der Agrar- und Lebensmittelindustrie. Es ist genau dieses Netzwerk, das auf schnelles Wachstum und billige Massenproduktion setzt. Die KonsumentInnen haben zwar ein immer stärkeres Bedürfnis nach Qualität und gesunder Ernährung, produziert wird aber immer billiger, schadstoffreicher und nährstoffärmer, von immer reicheren Agrarmultis, die dafür noch milliardenschwere Förderungen einstreifen.


Förderstopp für Agrarmultis – nächste Bundesregierung muss sich endlich gegen AgrarlobbyistInnen durchsetzen
 


Unsere Forderung ist klar und deutlich: Es muss einen Förderstopp für die Agrarindustrie geben.  In Zukunft dürfen nur mehr bäuerliche Familienbetriebe gefördert werden. Das ist das einzige, das Sinn macht. Die bäuerlichen Familienbetriebe sind die einzigen, die wirklich Förderungen verdienen und brauchen. Sie sind die LeistungsträgerInnen der Landwirtschaft und tragen jeden Tag die große Verantwortung für gesunde Böden und Nutztiere und letztlich für die Produktion von gesunden Lebensmitteln. 
 
Österreich wird bei der nächsten Festlegung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) den EU-Ratsvorsitz inne haben. Das bietet die Möglichkeit, die Richtung der künftigen Förderpolitik zu beeinflussen und das Förderregime für die nächste GAP-Periode 2021 bis 2027 zu ändern.

Das Jahr 2018 wird damit zum Entscheidungsjahr für eine neue europäische Agrarpolitik und für die österreichische Landwirtschaft. Geht es endlich in Richtung Qualität, Nachhaltigkeit und gesunde Lebensmittel oder setzen sich die Agrar- und ChemielobbyistInnen wieder durch und machen Massenproduktion und Profitmaximierung zur alleinigen Richtschnur für die landwirtschaftliche Förderpolitik. Die verantwortlichen AgrarpolitikerInnen können endlich beweisen, dass ihr Bekenntnis zur heimischen Landwirtschaft mehr als nur Lippenkenntnisse sind.

ÖVP und Bauernbund verraten die Interessen der LandwirtInnen


Diesen Beweis ist die heimische Agrarpolitik leider schuldig geblieben. Es ist die ÖVP und ihr Bauernbund, die sich gerne als einziges Sprachrohr und kraftvolle Interessensvertretung der heimischen LandwirtInnen darstellen. Die Realität sieht gänzlich anders aus. Hier predigt die ÖVP von der Bedeutung unserer bäuerlichen Landwirtschaft, aber in Brüssel hat sie noch jedes Mal den Ruf der Agrarindustrie und ihrer LobbyistInnen nach Fördermilliarden erhört. Auch der Bauernbund ist noch bei jeder Verhandlung über die EU-Landwirtschaftsförderungen vor den Lobbys der Agrarindustrie in die Knie gegangen.

Nur rund ein Viertel der gesamten Förderungen aus der ländlichen Entwicklung kommt bei den bäuerlichen Familienbetrieben an. So schaut es aus, wenn sich ÖVP und Bauernbund für die heimische Landwirtschaft einsetzen. Das ist das Ergebnis.  Es spricht Bände, dass in der letzten Förderperiode ein Weltkonzern und Energy Drink-Hersteller einer der größten EmpfängerInnen von Agrarsubventionen in Österreich war. Gleichzeitig kämpfen LandwirtInnen am Land ums Überleben. In der gleichen Periode gaben rund 12.000 LandwirtInnen ihren Hof auf bzw. verkauften oder verpachteten diesen.


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