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am 7. Juli 2014

Österreich braucht Pestizid-Reduktionsprogramm

- Bio Ausbauen - Chemisch-synthetische Pestizide reduzieren

Auch Österreich braucht ein wirksames Pestizid-Reduktionsprogramm. Deshalb muss die Chance für eine deutliche Reduktion des Pestzideinsatzes in der österreichischen Landwirtschaft im Rahmen des neuen Programmes für die ländliche Entwicklung 2014-2020 offensiv genutzt werden.

Das fordern wir anlässlich neuer Forschungsergebnisse zu systemischen Pestiziden eines internationalen Forscherteams im Auftrag der Weltnaturschutzunion (IUCN). Die Meta-Studie zeigt, dass die Auswirkungen des Neonicotinoid- und Fipronileinsatzes auf das Ökosystem enorm sind und neben Bienen und anderen Bestäubern auch viele andere Tierarten wie Regenwürmer, Fische und Vögel vom Pestizideinsatz betroffen sind.

Bundesminister Andrä Rupprechter muss daher umgehend den Landwirtschaftsausschuss und die Öffentlichkeit darüber informieren, welche zugelassenen Pestizide im neuen Programm für die ländliche Entwicklung aus Vorsorge- und Umweltschutzgründen nicht mehr zum Einsatz kommen werden. Klar ist, dass auch die vorgesehene Flächenausweitung des biologischen Landbaus bis zum Jahr 2020 mit lediglich 5 Prozent oder 22 000 Hektar völlig unzureichend ist, um eine offensive Pestizidreduktion in Österreich zu erreichen.

Seit Jahren ist das Niveau des Pestzid-Einsatzes in Österreich relativ konstant und lag im Jahr 2012 bei 11 000 Tonnen. Der reine Wirkstoff beträgt 3564 Tonnen auf Basis des Grünen Berichts 2013.

Seit mehr als einem Jahr liegt der "Nationale Aktionsplan Pflanzenschutzmittel" vor. Dieser Bericht, der aus neun Länderstrategien zur Reduktion des Pestizideinsatzes besteht, beinhaltet eine Fülle an konkreten Maßnahmen. So setzt sich zum Beispiel das Bundesland Oberösterreich "für die Verankerung eines freiwilligen Verzichtes auf Pflanzenschutzmittel mit hoher Grundwassergefährdung in bestehende Förderprogrammen (ÖPUL,...) ein" (S. 57).

Das Programm für die ländliche Entwicklung 2014-2020 wurde in Brüssel eingereicht und wird derzeit verhandelt. Das Endergebnis soll bis Herbst 2014 vorliegen. Im Rahmen des Programmes sind auch die Mindestanforderungen für den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln geregelt. Es geht jedoch nicht hervor, welche konkreten Pestizide in Zukunft verboten sind. Das Land Oberösterreich schlägt zum Beispiel vor, besonders grundwasser-gefährliche Pestizide, wie Bentazon, Chloridazon, Terbutylazin, Metolachlor und Metazachlor nicht mehr einzusetzen. Die EU-Richtlinie sieht als eine spezielle Reduktionsmaßnahme auch vor, zur Gänze auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmaßnahmen zu verzichten, wie dies der Biologische Landbau garantiert. Dazu sind die Zielvorstellungen im Programmentwurf aber leider sehr dürftig. Hier braucht es eine Nachbesserung!

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