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am 31. März

Stressfreie Weide-Schlachtung

Stefan Kaineder - Auf Grüne Initiative startet in OÖ das österreichweit erste Pilotprojekt zur Schlachtung im gewohnten Lebensumfeld der Nutztiere mittels mobiler Schlachtbox

Die Schlachtung ist ein sensibler Moment in der Beziehung zwischen Nutztier und Mensch. Für immer mehr Bäuerinnen und Bauern sowie KonsumentInnen ist es ein Anliegen, diesen Moment möglichst würdig zu gestalten. Das ist nicht nur aus Sicht des Tierwohls wichtig, sondern auch für die Fleischqualität. Bei stressfreier Betäubung – in einer angstfreien Situation – wird die Qualität, die durch tiergerechte Fütterung und Freilandhaltung entstanden ist, auch mit in die Phase der Fleischreifung genommen. Das verlängert die Haltbarkeit des Fleisches und es wird besonders zart, saftig und mürbe.

Derzeit wird der Großteil der Schlachttiere lebend in große Schlachthäuser transportiert – und das oft über große Distanzen. Die handwerkliche Fleischverarbeitung und die bäuerliche Direktvermarkung kommen dadurch zunehmend unter Druck und außerdem leiden die Tiere unter diesen Bedingungen.

Zur Verbesserung der Situation haben wir Grüne 2016 einen Antrag in den Oö. Landtag eingebracht, der von den anderen Parteien wohlwollend aufgenommen wurde. Ein vom Landesveterinärdirektor begleitetes Pilotprojekt soll nun 2017 zeigen, dass es auch anders geht.

Das entsprechende System „Mobile Schlachtbox“, das in Deutschland bereits angewendet wird, funktioniert so: Das Rind wird in seiner gewohnten Umgebung (z.B. auf der Weide) durch einen Schuss in den Kopf betäubt. Danach kommt es in die Schlachtbox – eine Art Anhänger am Traktor, wo es gestochen wird und ausblutet. Spätestens eine Stunde später muss das tote Tier im Schlachthof sein, wo es wie üblich ausgeweidet und zerteilt wird. Dabei ist es aufgrund der rechtlichen Rahmenbedingungen erforderlich, dass die Verantwortung für die Einhaltung der Vorschriften für den gesamten Schlachtvorgang bei einem Unternehmen liegt - in der Regel einem Schlachthof (z.B. einem regionalen Metzger).

Sowohl die BäuerInnen als auch der Tierschutz können von unserer Initiative profitieren. Entscheidend wird sein, wie hoch die Schlachtkosten pro Tier sind und wie der höhere Preis von den KonsumentInnen mitgetragen wird. Das Beispiel Deutschland zeigt, dass es möglich ist.

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