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am 18. Juni

Offener Brief zur Presseaussendung der LKÖ am 3.6.2020

Clemens Stammler, Thomas Waitz, Reinhard Stückler - und die daraufhin erschienenen ORF Artikel vom 4.6.2020 bzw. 5./6.6.2020.

Sehr geehrter Herr Präsident Josef Moosbrugger,

wir Grüne Bäuerinnen und Bauern haben mit Verwunderung Ihre Presseaussendung mit dem Titel „LK Österreich: Pflanzenschutz – Größter Anstieg bei CO2, Schwefel und Kupfer“ vom 3. Juni 2020, mit der Unterüberschrift „Verantwortungsvolle Interpretation der Statistik muss alle Fakten berücksichtigen“ gelesen.

Der 2. Absatz der Presseaussendung hält nicht, was ihr Untertitel verspricht: die verantwortungsvolle Interpretation der Statistik.

Hier stellen Sie die Behauptung auf, dass die Wirkstoffe Schwefel und Kupfer vornehmlich im Bio-Landbau und in der integrierten Produktion von konventionellen Betrieben verwendet werden. Wir halten fest, dass der Begriff der „integrierten Produktion“, im Gegensatz zur „biologischen Landwirtschaft“, kein rechtlich geschützter Begriff ist. Daher sind alle sogenannten „integriert“ produzierenden Betriebe schlicht konventionelle Betriebe. 

Ihr Satz kann und wird, wie im daraus resultierenden ORF Beitrag ersichtlich, vonLaien missverständlich so interpretiert, dass Schwefel und Kupfer hauptsächlich nur von Bio-Betrieben und diesen angeblich nahestehenden Betrieben verwendet werden. 

Dem ist nicht so, denn Schwefel und Kupfer wird sowohl von der biologischen Landwirtschaft als auch von der konventionellen Landwirtschaft verwendet. Eine Mengenaufschlüsselung zwischen diesen zwei Betriebstypen gibt es unserer Information nach nicht. 

Daher kann eine seriöse und verantwortungsvolle Interpretation dieser Statistik niemals zum gleichen Schluss wie dem Ihren kommen. 

Sie erwähnen in Ihrer Presseaussendung zusätzlich mit keinem Wort, woher die von Ihnen zitierten Daten stammen. 

Diese Vorgehensweise hat zur Folge, absichtlich oder unabsichtlich, dass genau das geschieht, was von LK-Seite immer den Grünen Bäuerinnen und Bauern und den NGOs vorgeworfen wurde: einen Keil zwischen biologische und konventionelle Landwirtschaft zu treiben. 

Die Landwirtschaftskammer ist Vertretung der gesamten Landwirtschaft und somit auch der Bio-Betriebe, die 22% der gesamten Landwirtschaft ausmachen. 

Daher ist es für uns Grüne Bäuerinnen und Bauern von Interesse, welche Maßnahmen die Landwirtschaftskammer Österreich hinsichtlich der grob missverständlichen, irreführenden und unsachgemäß recherchierten Artikel des ORF vom 4.6.2020 bzw. 5.6.2020 gesetzt hat, um die missverständliche Darstellung der biologischen Landwirtschaft als Verursacherin des Pestizidanstieges richtigzustellen?

Mit freundlichen Grüßen

Tom Waitz, MEP, Obmann grüne Bäuerinnen und Bauern Österreich

Clemens Stammler, NAbg., LW Kammerrat OÖ

Reinhard Stückler, LW Kammerrat Kärnten

Antwort LWK Juni 2020 1
Antwort LWK Juni 2020 2
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