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am 8. August

Klimafitte Wälder durch angepasste Jagd und Baumartenförderung

- Grüner Landtagsklub und Nationalrat besucht Wald-Wild-Management-Musterfläche des Ökologischen Jagdverbands OÖ in Mörschwang. Erfolgreiche Naturverjüngung bringt Vorteile für den Artenschutz, die Forstwirtschaft und für die Jagd.

Ökojagd 2020
Waldverjüngung im Buchbergwald in Mörschwang_LT_Abg. Maria Buchmayr, Obmann Ökobauernjagd OÖ Johann Hauer, LT_Abg. Johanna Bors, Obmann Jagdausschuss Mörschwang Thomas Schachinger, NR_Abg. Clemens Stammler

„Die Wälder in Oberösterreich stehen vielerorts vor der Herausforderung, sich besser an den Klimawandel anzupassen. Die beispiellose Vermehrung des Borkenkäfers in den letzten Jahren hat zu großen Schadflächen geführt. Mit hohen Fichtenanteilen im oberösterreichischen Wald wird man auf den meisten Standorten in Zukunft nicht mehr erfolgreich wirtschaften können, betont die Grüne Forstwirtschaftssprecherin LAbg. Johanna Bors.

Auf vielen Flächen hat bisher ein überhöhter Wildstand das erfolgreiche Aufwachsen anderer Baumarten, insbesondere Laubbaumarten stark behindert und teilweise auch ganz verhindert. Das betrifft sowohl natürlich verjüngte als auch gepflanzte Baumarten. Trotz hoher finanzieller Aufwendungen für den Schutz junger Bäume mittels Einzäunung ist der Anteil der an den jeweiligen Standort angepassten Mischbaumarten wie Buche, Ahorn, Eiche, Lärche und Tanne in den vergangenen Jahrzehnten nur langsam gestiegen.

Dass es auch anders geht, zeigt der Ökologische Jagdverband OÖ in der Gemeinde Mörschwang. Dort haben die örtlichen Waldeigentümer - zusammengefasst in der Jagdgenossenschaft - ein Experiment gewagt und die Jagd 2017 an Mitglieder des Ökologischen Jagdverbands übergeben.

Diese haben in der Folge den Abschuss von Rehwild gegenüber den Vorjahren kurzfristig verdoppelt mit dem Ergebnis, dass die verbleibenden Rehe gesundheitlich fitter wurden und in der natürlichen Waldverjüngung vielfältige Baumarten anwachsen. Langfristig wird dadurch der Wald strukturreicher, was wiederum den Lebensraum für Wildtiere verbessert und auch wieder einen höheren Rehwildstand erlaubt. „So bringt erfolgreiche Naturverjüngung und Aufforstung Vorteile für den Artenschutz, die Forstwirtschaft und für die Jagd gleichermaßen“, freut sich die Grüne Naturschutzsprecherin LAbg. Maria Buchmayr. Und es spart öffentliche Geldmittel, die weniger für Pflanzenförderung und Zäunung ausgegeben werden müssen.

„Das kürzlich vom NR verabschiedete 300 Mio. Forstpaket ist notwendig, um die grüne Lunge Wald intakt zu halten. Dennoch kann dieses Forstpaket nur greifen, wenn die Waldbewirtschaftung mit der Jagdbewirtschaftung im Dialog steht! Der hohe Wildbestand gefährdet nicht nur einen Großteil der im Berggebiet lebensnotwendigen Schutzwälder, sondern auch eine natürliche artenreiche Naturverjüngung des Waldes. Die Ökojagd in Mörschwang bestätigt, dass eine Jagdbewirtschaftung ohne Zufütterung und eine Entnahme nach Populationsdaten sowie Gesundheitszustand des Wildes, im Gegensatz zur herkömmlichen Jagdbewirtschaftung, eine gesunde Wildpopulation, sowie gesunde und vielfältige Wälder ermöglicht“ – so NAbg. Clemens Stammler.


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