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am 23. September

Einheitswerte sind Grundpfeiler für eine noch funktionierende Land­wirt­schaft

Olga Voglauer, Clemens Stammler - Die zum wiederholten Male in Diskussion geratenen Einheitswerte in der Landwirtschaft wurden im Jahr 2014 neu ermittelt.

Vater und Tochter stapeln Stroh auf dem Feld

„An den Einheitswerten zu rütteln, würde bedeuten, die bäuerlichen Familienbetriebe vor enorme zusätzliche finanzielle Belastungen zu stellen. Die österreichische Landwirtschaft steht aufgrund anhaltend niedriger Marktpreise ohnehin schon mit dem Rücken zur Wand. Dies verdeutlicht auch der erst kürzlich veröffentliche Grüne Bericht 2020“, sagt Olga Voglauer, Landwirtschaftssprecherin der Grünen.

Bei Hofübergaben erfolgt die Berechnung der Grundsteuer und Grundstücksbewertung anhand des landwirtschaftlichen Einheitswertes und nicht wie bei anderen Grundstückstransaktionen anhand des Verkehrswertes. Diese Vorgehensweise bezeichnet das Bundesfinanzgericht als „Wiederspruch zum Sachlichkeitsgebot“ und legt dem VfGH eine Aufhebung des entsprechenden Gesetzes nahe.

„Es ist genau diese Vorgehensweise, die Hofübergaben zwischen Generationen ermöglicht. Wir stehen in ganz Europa vor dem ‚Land Grabbing‘-Problem. Bäuerliche Familien geben ihre Betriebe auf und verkaufen ihren Grund und Boden an die Investoren. Diese sehen Ackerflächen als Anlageobjekte. Das kann nicht die Zukunft einer souveränen Landwirtschaft sein“, betont Clemens Stammler, Sprecher für den Ländlichen Raum und Obmann der Grünen Bäuerinnen und Bauern.

„Unsere Bäuerinnen und Bauern verstehen ihren Boden jedoch nicht als Spekulationsobjekt, sondern als Werkzeug für unser tägliches Brot. Schon jetzt ist es schwierig, die nächste Generation für die Landwirtschaft zu begeistern. Wenn wir unsere Ernährungssicherheit nicht in die Hände von Großkonzernen legen wollen, ist eine leistbare Hofübergabe unerlässlich“, sind sich Voglauer und Stammler einig und warnen vor Schnellschüssen.


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