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am 5. April

200 Jahre Raiffeisen - Fluch oder Segen?

Clemens Stammler - Kundgebung: Raiffeisen würde sich im Grab umdrehen

Traktoren, Transparente, Aktionismus. Im Mittelpunkt ein gläserner Sarg mit rotierender Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Puppe.​ In IG Milch-Manier fand am Gründonnerstag, einen Tag vor dem Geburtstag Raiffeisens auf dem ihm gewidmeten Friedrich-Wilhelm-Raiffeisenplatz vor dem Raiffeisentower in Wien eine Kundgebung statt. 

Die Kundgebung zeichnete den Weg des Raiffeisen -Imperiums nach. Was in Form von Genossenschaften als “Selbsthilfeverein“ vom Sozialreformer Raiffeisen kurz nach der Bauernbefreiung durch Kudlich ins Leben gerufen wurde, mutierte über die Jahre zur neuen Form der Leibeigenschaft. Statt adelige Gutsherrn tritt nun ein Geflecht zwischen Raiffeisen, Bauernbund und Landwirtschaftskammer an deren Stelle.

Engmaschig umschließen die Geschäftsfelder eines einzigen Konzerns jeden Bauernhof. Egal ob Saatgut oder Düngemitteleinkauf, Erntetechnik oder den vielgelobten Pflanzenschutz, auch Soja aus Brasilien, -alles kommt aus den Händen von Raiffeisen. Finanziert wird der Betriebsmitteleinkauf sowie der Stallbau mit Raiffeisen. Die ermolkene Milch, das geerntete Getreide, -richtig geraten, vermarktet über Raiffeisen.

Wenn der Bauernbund vom freien Markt spricht meint er Raiffeisen und deren Selbstbedienungsqualitäten   

Das konservative Agrarpolitik niemals gegen die Interessen des Raiffeisen -Imperiums gemacht wird verdeutlicht die Tatsache das im Vorstand der LK Österreich neben den 9 Länderkammerpräsidenten 2 Vertreter der Raiffeisengenossenschaft Platz nehmen, aber auch die Doppelfunktionen nahezu aller Bauernbundfunktionäre hohen Ranges. So ist LK OÖ Präsident und Vizepräsident der Copa gleichzeitig Raiffeisen -Genossenschaftsanwalt. Acht der 62 ÖVP (Liste Kurz) Nationalräte/innen haben laut www.meineabgeordneten.at auch eine Funktion bei Raiffeisen inne. Somit hat Raiffeisen Clubstatus im österreichischen Parlament! 

Findet man vielleicht darin die Erklärung wie politische Entscheidungen wie hohe Investitionsförderungen statt gerechter Abgeltung für echte Umweltleistungen, restriktive Haltung gegenüber dem Biolandbau, eigenwillige Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel oder Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge bis zur Existenzbedrohung zustande kommen? Warum überparteiliche Interessensgemeinschaften in die Knie gezwungen werden? Warum alles getan wird um Branchenverbände zu vermeiden? Jede einzelne dieser Entscheidung dient der Abhängigkeit unserer Höfe - und dem Gewinn eines Konzerns. Abhilfe könnte eine verfassungsmäßig verankerte Unvereinbarkeit zwischen politischer Funktion und Funktion für eine (Genossenschafts-)Bank sein. Doch wer soll die Verfassungsänderung fordern, mit welcher Zweidrittelmehrheit sollte diese beschlossen werden? 

Auch für dich als Bäuerin und Bauer braucht es Grün. Dringend wie wir meinen. 

Siehe auch

https://mosaik-blog.at/200-jahre-raiffeisen-wie-die-idee-der-genossenschaft-verraten-wurde

 


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