Bundesländergruene.at
Navigation:
am 16. Mai 2014

Die Liebe und der technische Dienst

Clemens Stammler - Lassen wir uns und unsere Höfe nicht auf Förderempfänger reduzieren!

War da was? Nein, da war nix. Keine Flocke. Zumindest nicht bei uns in Oberösterreich. Der milde Winter hatte einen entscheidenden Vorteil: geringere Energiekosten. Fliegen, Zecken und Gelsen gehören zu den Nachteilen. 

Warum ich übers Wetter rede? Weil ich Bauer bin! Weil Wetter eins meiner (nicht immer funktionierenden) Werkzeuge ist. Und weil ich es immer gehasst habe, wenn über das Wetter gesprochen wurde, nur weil einem nichts Besseres einfiel. 

Nun, mittlerweile nerven mich in unseren Fachmedien, Vorstandssitzungen und Vernetzungstreffen andere Themen. Es geht nahezu ausschließlich um das Förderprogramm Ländliche Entwicklung 2014-2020. Fast täglich kommt eine neue Fassung aus dem Ministerium. Immer mit kleinen Zugeständnissen, die anderswo wieder weggezwackt werden. Immer 466 Seiten stark, die Änderungen nie gekennzeichnet. Also wie die Nadel im Heuhaufen. Das grobe Gerüst steht. Investitionen werden besser gefördert. In Oberösterreich gingen in den vergangenen Wochen 600! Förderungsanträge durch Bauern ein. Interessant deshalb, da eine Studie durch die Grünen Bäuerinnen und Bauern ergab, dass nur 16% der Landwirte auf Wachstum setzen. Logisch, ich hab auch noch keinen Bauern getroffen, der über Langeweile gejammert hätte. Ich kenne auch keinen Konsumenten in Österreich, dem zu wenige Lebensmittel auf dem Markt wären. Und nebst, bei 30% nicht rückzahlbarer Förderung bleiben rückzahlpflichtige 70% Investitionskosten. Ich hoffe, das lehrt man eindringlich in unseren Landwirtschaftsschulen. 

Eines wissen wir. Wir werden nicht die Made im Speck sein. Wir werden den Speck machen. Anscheinend zu jedem Preis. In neuen Ställen, in neuen Verarbeitungsräumen, im neuen Förderprogramm optimiert und mit neuen Rückzahlungsmodalitäten. Mit neuem Schwung? Mit neuem Mut? Mit neuer Kraft? 

Lassen wir uns und unsere Höfe nicht auf Förderempfänger reduzieren!

Reden wir übers Wetter! Das Grünland (GL) entwickelt sich prächtig. Ein Monat früher dran als voriges Jahr! Gestern bin ich (Betriebsführer) nach dem Melken mit Julia (Betriebsführerin) auf der Hutweide (Feldstück 12; 75% Futterfläche) gesessen. Ein traumhaftes Abendrot, die Hofkatze (nicht förderfähig) wälzt sich auf der trockenen Erde (heraus digitalisierter Triebweg, sonstige Fläche). Blüten der Birne und Kirsche (Landschaftselement, Baumreihe Höchstabstand 25 Meter) fallen zu Boden. Es riecht nach Frühling (Vegetationsperiode Anfang, Düngerausbringungsverbot Ende) und bald nach geschnittenem Gras (mehrmähdig). Bald werden hier wieder die jungen GVE weiden. 

Einen schönen Sommer wünsche ich euch allen, mit gutem Wetter.

Aktiv  werden.  Das  ist  Grün.  Banner  rechts.