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15.01.2024 Glosse

(K)ein Bund fürs Le­ben?

Agricholerix

„Heiraten sollst!“, hat da Vota g‘sogt. Damit „was G‘scheits is‘ fir oll‘s wos kommt!“. Man verspricht sich also heilig, an einem Strang zu ziehen und manchmal muss man erfahren, dass das irgendwann aufgehört hat und ein Bündnis nur noch nach außen besteht.

So zu beobachten innerhalb der ÖVP-Partnerschaft von Bauern- & Wirtschaftsbund. Einmal war die Liebe groß. Die einen versprachen Produktionsmittel und Absatzmärkte, die anderen vielfältige Lebensmittel zu fairen Preisen. Ein Traumpaar. Damals. Dann fing das „Fremd‘ln“ an.

Ungefähr zu jenem Zeitpunkt als sich der Wirtschaftsbund für Wertschöpfungsketten im internationalen Handel und die Industrieproduktion von Lebensmitteln zu interessieren anfing. Anfangs wollten die Getreuen vom BB an die Treue ihres Partners glauben. Optimierte Saatmaschinen, größere Traktoren, steigende Produktion,
da verzieh man seinem „Bündepartner“ schon die steigende Hofverschuldung. Man tut ja bekanntlich sein Bestes, so lange man um die gute Absicht weiß. Und trotzdem, sukzessive wurde aus „Fremd‘ln“ – Fremdgehen. 

Treue verschwand und die neue Flamme zeigt sich gerne im Kleid der Industrie. Energie (von Benzin und Strom zur petrochemischen Düngemittelproduktion in Drittstaaten), Bauwesen (Abverkauf und Versiegelung von Agrarflächen) sowie Massenimport von Lebensmitteln werden bereitwillig unterstützt, die Urprodukteliste nicht. Die Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln in der Gastro ist nur ein Beispiel der Unterwerfung des BB durch den ÖVP Wirtschaftsbund.

Schade für uns, fürs Tierwohl, Umwelt und lokale Lebensmittelerzeugung. Oder anders herum: Vielleicht doch KEIN BUND fürs Leben?

Agricholerix
Euer Agricholerix
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