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PRESSEINFORMATION DER GRüNEN BäUERINNEN UND BAUERN
19.02.2009 12:23
EU-Kommission will Anbau von Gen-Mais in Österreich erlauben
„Die EU-Kommission will die Aufhebung der Anbau-Verbote für die in Österreich geltenden gentechnisch veränderten Maissorten MON810 (von Monsanto) und für T25 (von Bayer) durchsetzen“, warnt Michael Johann, Obmann der Grünen Bäuerinnen und Bauern. „Am 2. März wird es einen diesbezüglichen Antrag im EU-Umweltministerrat geben. Wenn es da keine qualifizierte Mehrheit gegen die Aufhebung der Anbauverbote gibt, kann (und wird!) die EU-Kommission die Anbauverbote aufheben.“
„Die Aufhebung der Anbauverbote wäre ein herber Rückschlag für Österreich, das auf Gentechnikfreiheit in der Landwirtschaft und bei Lebensmitteln setzt. Es gelten zwar dann noch die Gentechnik-Vorsorgegesetze der Bundesländer, die den Anbau von Genmais erheblich erschweren, aber kaum gänzlich verhindern können. Die Gen-Industrie will uns ihre Produkte mittels Zermürbungstaktik aufzwingen. Durch die sogenannte Koexistenz, das Nebeneinander von gentechnikhaltigen und gentechnikfreien Saatgut, Erntegut und Lebensmitteln kommen auf Bauern, Handel und KonsumentInnen erhebliche Mehrkosten zu,“ befürchtet Johann.
Die Grünen haben in der Parlamentssitzung am Dienstag die Aufhebung der Genmais-Anbauverbote zum Thema einer Anfragebesprechung gemacht und einen dringenden Appell an die Minister Stöger und Berlakovich gerichtet, damit die österreichischen Anbauverbote nicht von der Kommission gekippt werden. "Die Bundesminister Stöger und Berlakovich müssen jetzt Verbündete suchen. Auch andere Mitgliedsländer wie Ungarn, Griechenland und Frankreich haben nationale Anbauverbote für MON810 erlassen und die meisten Umweltminister stehen dem Anbau mit gutem Grund kritisch gegenüber", informiert der Landwirtschaftssprecher der Grünen Wolfgang Pirklhuber.
Die wissenschaftlich gut fundierten Argumente der österreichischen Bundesregierung wurden von der Zulassungsbehörde EFSA einfach vom Tisch gewischt. Eine italienische Fütterungs-Studie zeigt, dass der Gentechnik-Mais MON810 signifikante Veränderungen im Immunsystems bei Mäusen bewirken kann. Der Genmais bringt auch ein Risiko für Nicht-Zielorganismen wie z.B. Schmetterlinge.
„Wir wollen uns das nicht gefallen lassen und werden uns weiter gegen den Anbau von gentechnisch veränderten Organismen in Österreichs Land- und Forstwirtschaft wehren,“ erklärt Johann. Deswegen unterstützen die Grünen Bäuerinnen und Bauern den Aufruf zur gemeinsamen Demonstration der Gentechnik-GegnerInnen:
„GENTECHNIK-VERBOT JETZT!“
Samstag, 28. Februar 2009, 14.00 Uhr
Ballhausplatz, Wien
Weitere Informationen:
Michael Johann 0664/2668548
www.bauern.gruene.at
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